Die Menschen in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben im Juli 2021 die Auswirkungen des Klimawandels mit aller Brutalität zu spüren bekommen. Ich bin erschüttert über das Ausmaß von Tod, Leid und Zerstörung.

Bereits seit den 1980er jahren ist bekannt, welche Auswirkungen die Verbrennung fossiler Brennstoffe hat. Die Prognosen hinsichtlich Erderwärmung und CO2-Gehalt in der Luft von damals sind bittere Realität geworden. Was wurde von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten getan? Im Wesentlichen nichts außer Lippenbekenntnissen und Augenwischerei! Das Klimagesetz der scheidenden Bundesregierung kam um Jahre zu spät und wurde wegen gravierender Mängel vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Auch die beschlossenen Nachbesserungen sind unzureichend! Ohne den „Druck von unten“, durch regelmäßige Aktionen und Demos von Fridays for future und anderen Aktivisten wäre sicher noch viel weniger seitens der verantwortlichen Parteien und Regierungen unternommen worden.

Wenn wir die entstandenen Schäden betrachten wird schnell klar, welcher Anstrengungen es bedarf um den Wiederafbau zu bewerkstelligen. Allein bei der Deutschen Bahn summieren sich die Schäden nach ersten Schätzungen auf rund 1,3 Milliarden €. Brücken, Gleise, Haltepunkte, Oberleitungen und weitere Einrichtungen müssen instandgesetzt oder neu gebaut werden. Die Versicherer beziffern ihre zu begleichenden Schäden auf weitere 5 Milliarden €. Der Wiederaufbau kann nicht innerhalb von Monaten erfolgen. Es wird Jahre dauern, bis alle Schäden beseitigt sind – vielleicht sogar ein Jahrzehnt.

Worauf müssen wir uns zukünftig einstellen? Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen werden uns in immer kürzeren Abständen treffen. Was vor 20 Jahren noch ein „Jahrhundertregen“ war, kann uns zukünftig innerhalb sehr kurzer Zeiträume treffen. Wenn wir uns nun das zurückliegende Hochwasser anschauen und so etwas vielleicht alle 5 oder 10 Jahre über unser Land hereinbricht, wird schnell klar welche Auswirkungen das auf unsere Gesellschaft hat. Noch lässt sich die Schadensbeseitigung bezahlen. Wenn derartige Ereignisse öfter eintreten, werden wir an einen Punkt kommen wo ein Wiederaufbau nicht mehr geleistet werden kann. Wir werden damit leben müssen, unter anderem jahrhunderte alte Dörfer an sonst so beschaulichen Flüssen aufgeben zu müssen. Menschen verlieren ihre Heimat und müssen umsiedeln. Nach dem Elbehochwasser 2002 hatten wir das übrigens schon einmal. Die erst in den 1990er Jahren angelegte Siedlung Röderau Süd bei Riesa wurde mit Millionenaufwand rückgebaut und die Menschen umgesiedelt. Weltweit wird es zukünftig Regionen geben, die gar nicht mehr besiedelt werden können – Klimaflucht wird Alltag werden.

Die jetzt und in Zukunft weiterhin notwendigen Gelder für den Wiederaufbau hätte man schon vor Jahrzehnten in den Klimaschutz investieren müssen!

Um so dringlicher ist nun ein schnelles und konsequentes Handeln – nicht nur in Deutschland sondern europaweit und weltweit! Die ÖDP bekennt sich als einzige deutsche Partei zum 1,5 Grad – Ziel und will Klimaneutralität in Deutschland bis 2030. Anschließend planen wir eine CO2 – Absenkung unter 350ppm. Für diese Ziele werde ich mich uneingeschränkt einsetzen. Deshalb am 26.09. Erst- und Zweitstimme für die ÖDP.

Möchtest Du noch mehr über unsere Ziele und unser Programm wissen? Dann bist Du hier genau richtig.